Spannende Entwicklung im Datenschutz (Oktober) – Bußgeldbescheid in Höhe von rund 14,5 Millionen Euro vergeben

Was ist geschehen? Am 30.Oktober 2019 hat die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit gegen die Deutsche Wohnen SE einen Bußgeldbescheid in Höhe von rund 14,5 Millionen Euro wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erlassen.
Die Deutschen Wohnen, eine der größten Immobiliengesellschaft in Deutschland, hat in seinen Systemen unrechtmäßig, d.h. ohne rechtliche Grundlage Daten ihrer Mieter gespeichert und zusätzlich die Möglichkeit der nachträglichen Löschung in der Konzeption und im Betrieb ihres Archivsystems nicht ausreichend berücksichtigt. Der Erlass erging übrigens nicht ohne Ankündigung sondern nach einer erneuten Prüfung von Mängeln, welche bereits 2017 angemahnt worden sind.

Mehr Informationen dazu finden Sie in der offiziellen Pressemitteilung der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Link

Fazit und empfohlene Tätigkeiten: Die Berliner Beauftragte mahnte in diesem Zusammenhang das Bestehen von sogenannten „Datenfriedhöfen“ in vielen Unternehmen an. Die Speicherung von personenbezogen Daten innerhalb Ihrer Unternehmenssysteme unterliegt natürlich gesetzlichen Grundlagen (Art. 6 DSGVO bspw. Zustimmung, ein bestehender Vertrag, gesetzliche Verpflichtungen oder im berechtigten Interesse des Unternehmens). Zusätzlich unterliegen diese Daten bestimmten Aufbewahrungsfristen zum Beispiel aus Gründen der steuerlichen Nachweispflicht.

Die parallele Speicherung personenbezogener Daten außerhalb der unternehmensseitigen Systeme erschweren die Gebote der Datensparsamkeit und Speicherbegrenzung. Ein dezidiertes Löschkonzept unterstützt Sie bei der Wahrung dieser Verpflichtungen und vermeidet Datenfriedhöfe und unrechtmäßige Speicherungen.