Steuerberater sind keine Auftragsverarbeiter 

Viele Unternehmen übergeben ihre Lohnbuchhaltung einem Steuerberater. Dadurch entstehen oft Fragen bei der Aufsetzung eines DSGVO-konformen Datenschutzsystems, wie z.B., ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Steuerberatungsbüro abzuschließen ist.

Bisher gab es zu dieser Frage Unsicherheiten und keine eindeutige Antwort. Viele Datenschützer haben bereits für alle Datenverarbeitungsarten auf das Berufsgeheimnis der Steuerberater verwiesen, um die Datenverarbeitung ohne AVV zu erlauben.
Im Gegenteil wollten andere Datenschützer sicher vorgehen und vorab die Art der Verarbeitung bestimmen, und somit festlegen ob ein AVV notwendig ist.

Diese Unsicherheit ist jetzt gesetzlich geregelt. Gem. §11, Abs. 2 des Steuerberatungsgesetz (StBerG) steht nun fest, dass Steuerberater im Rahmen der Verarbeitung von personenbezogenen Daten auf Grund ihres Berufsgeheimnisses weisungsfrei arbeiten.
Somit sind Steuerberater keine Auftragsverarbeiter, sondern Verantwortliche im Sinne von Art. 4, Abs. 7 der DSGVO und es wird keine weitere Vereinbarung benötigt, um die datenschutzrechtliche Verarbeitung der personenbezogenen Daten durch Steuerberater zu gewährleisten.

Diese Regelung gilt auch explizit für besondere Kategorien von Daten (bspw. die Religion der Mitarbeiter für die Lohnabrechnung) im Sinne von Art. 9, Abs. 1 DSGVO. Diese sind ebenso durch die Berufspflichten geschützt.